Forderungen in Tschechien durchsetzen
Ein tschechischer Geschäftspartner zahlt nicht. Was nun? Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Optionen Sie haben und welcher Weg für Ihre Situation der richtige ist.
Schritt 1: Außergerichtliche Mahnung
Bevor Sie gerichtliche Schritte einleiten, empfehlen wir ein formelles anwaltliches Mahnschreiben. Dieses hat in Tschechien oft erhebliche Wirkung - viele Schuldner zahlen nach einem solchen Schreiben, um Gerichtskosten zu vermeiden.
Schritt 2: Tschechischer Zahlungsbefehl (platební rozkaz)
Der Zahlungsbefehl ist ein schnelles, kostengünstiges Instrument für unstreitige Forderungen. Das Gericht erlässt einen Zahlungsbefehl ohne mündliche Verhandlung. Widerspricht der Schuldner nicht innerhalb von 15 Tagen, wird der Zahlungsbefehl rechtskräftig.
- Kein mündlicher Verhandlungstermin notwendig
- Oft in wenigen Wochen entschieden
- Gerichtsgebühr: 4% des Streitwertes (mind. 600 CZK)
- Bei Widerspruch: Übergang ins ordentliche Verfahren
Schritt 3: Europäischer Zahlungsbefehl
Für grenzüberschreitende EU-Forderungen steht der Europäische Zahlungsbefehl (EZB) zur Verfügung. Er ermöglicht die Vollstreckung in allen EU-Staaten ohne weitere Anerkennungsverfahren.
Schritt 4: Zwangsvollstreckung
Nach einem rechtskräftigen Urteil oder Zahlungsbefehl kann ein tschechischer Gerichtsvollzieher (soudní exekutor) mit der Vollstreckung beauftragt werden. Tschechische Gerichtsvollzieher haben weitreichende Befugnisse.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Mgr. Matyáš Moska, advokát
Zugelassener Rechtsanwalt, č. ev. 19149 · PEERS advokátní kancelář, s.r.o.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
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